Einfluss der Hormone auf die Diät

Wie oft Sport in der Woche?

Hormone sind an der Regulation einer Vielzahl von Vorgängen im Körper beteiligt, beispielsweise beim Stoffwechsel, der Fortpflanzung oder dem Wachstum. Schon sehr niedrige Hormonkonzentrationen im Blut reichen aus, um die Wirkungen an den Zielorganen zu vermitteln, die über den Blutkreislauf erreicht werden. Die Bildung und Ausschüttung in die Blutbahn dieser Hormone übernimmt das Gehirn, vor allem der Hypothalamus und die Hypophyse. Der Hypothalamus bestimmt alle unbewusst ablaufenden Vorgänge in unserem Körper – Atmen, Schlafen, aber auch Hunger, Stoffwechsel und viele mehr.

Bei Änderungen der Lebensweise, vor allem der Ernährung und des Sports, um beispielsweise abzunehmen, sollte man daher unbedingt den Einfluss der Hormone auf die Diät den Erfolg der Diät mitbedenken. Es gilt zwar das Prinzip Kalorien rein < Kalorien raus = Gewichtsabnahme, aber den Kalorienverbrauch selbst bestimmen die Hormone.

Was ist der Einfluss der Hormone auf die Diät?

Der heutige Blogpost wurde von Deniza geschrieben – sie ist angehende Ärztin, leidenschaftliche Bloggerin und begeistert täglich mit ihren hilfreichen Beiträgen auf Instagram über verschiedene Krankheitsbilder. Hier könnt ihr Fit Doc Deniza bei Instagram begleiten. Viel Spaß beim Lesen über den Einfluss der Hormone auf die Diät 🙂

Hungerhormone Insulin und Leptin

Der Hunger wird kurzzeitig durch mechanische sowie chemische Reize im Magen oder Darm gebremst. Die Langzeitregulation erfolgt durch eine Vielzahl von Signalstoffen und Hormonen, dabei sind besonders Insulin und Leptin bedeutend. Leptin wird im weißen Fettgewebe gebildet. Je höher der Körperfettanteil, desto höher sind die Leptinlevel im Blut. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und immer dann ausgeschüttet, wenn eine zuckerhaltige Nahrung aufgenommen wurde. Ohne Insulin können viele Organe keinen Zucker aufnehmen und sind auf das Hormon angewiesen.

Insulin und Leptin wirken beide an vielen Zellen im Organismus und besonders im Hypothalamus im Hungerzentrum. Dort haben sie ihre eigenen Andockstellen und wenn sie daran binden, wird ein Sättigungsgefühl ausgelöst. Das heißt, ein höherer Körperfettanteil und eine ausreichende Aufnahme von Kohlenhydraten sorgt für hohe Leptin- und Insulinlevel und ein Sättigungsgefühl.

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Warum klagen übergewichtige Menschen trotzdem oft über ein nicht vorhandenes Sättigungsgefühl?

Im Körper ist alles streng reguliert und eine Balance der Hormone entscheidend. Dauerhaft hohe Insulinlevel durch zu viel Zuckerkonsum sowie Leptinlevel durch zu viel Körperfett führen zur Entwicklung einer Resistenz des Körpers. Das bedeutet, dass Insulin und Leptin zwar an ihre Andockstellen binden – dies aber keinen Effekt zeigt. Das Gehirn bzw. die Zellen registrieren Insulin und Leptin also gar nicht. Folglich schüttet der Pankreas immer mehr Insulin aus, um den Zucker in die Zellen zu bekommen, der Hunger wird nicht gebremst und der Betroffene isst immer weiter – trotz hohem Blutzuckerspiegel und ausreichend hohen Leptin- und Insulinleveln. In den neusten Studien hat sich außerdem gezeigt, dass hohe Leptinlevel das Wachstum von Tumorzellen fördern.

Wie können wir die Insulin- und Leptinresistenz beseitigen?

Die Beste Art ist eine Gewichtsreduktion, vor allem Reduktion des Körperfettanteils, sowie regelmäßiger Sport. Adiponektin, ein Hormon, das die Wirkung von Insulin verbessert, wird bei Fettleibigen nicht in ausreichendem Maße gebildet. Hier hat sich interessanterweise gezeigt, dass durch Sport eine erhöhte Ausschüttung dieses Hormons erzielt werden kann.

Allerdings kann es auch bei einer extrem kalorien- bzw. kohlenhydratreduzierten Diät dazu kommen, dass Leptin und Insulin so niedrige Level erreichen, dass die betroffene Person unter andauerndem Hunger leidet und letztendlich die Diät abbricht bzw. nach der Diät durch das extreme Hungergefühl so viele Kalorien zu sich nimmt, dass der Abnehmerfolg zunichte gemacht wird (= Jojo Effekt). Ihr seht, Balance der Hormone ist das Wichtigste für einen normal funktionierenden Stoffwechsel.

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Östrogen

Das Hormon der Frauen (und zu geringem Teil auch der Männer) hat einen maßgeblichen Einfluss auf unseren gesamten Stoffwechsel und auch die Funktion anderer Organe, zum Beispiel der Schilddrüse. Sowohl zu niedrige Level von Östrogen als auch zu hohe (= Östrogendominaz) haben negative Einflüsse auf die Gesundheit und auch den Erfolg einer Gewichtsreduktion.

Östrogen und die Fettverteilung im Körper:

In unserem Körper gibt es alpha und beta Andockstellen (=Rezeptoren), an denen Hormone und Signalstoffe binden können. Alpha Rezeptoren führen dabei im aktiven Zustand eher zu einer Hemmung des Fettstoffwechsels an der Stelle. Interessanterweise befinden sich im weiblichen Körper vor allem in der unteren Körperhälfte vermehrt alpha-Rezeptoren, während Männer diese eher um die Bauchgegend besitzen. Dies erklärt, warum Frauen vermehrt an der Hüfte und den Beinen Fett ansetzen und Männer eher am Bauch.

In Studien hat sich gezeigt, dass Östrogen die Anzahl dieser alpha-Rezeptoren erhöht. Anhand von Studien vermutet man, dass Östrogen die Insulinsensitivität erhöht. Das bedeutet, dass die Andockstellen für Insulin besser reagieren und nicht mehr so viel Insulin ausgeschüttet werden muss, um einen Effekt zu erzielen. Außerdem hilft Östrogen auch beim Muskelaufbau: Auch dies liegt vermutlich an der verbesserten Insulinsensitivität. Je höher die Insulinsensitivität, desto besser kann der Muskel den Zucker aufnehmen und zur Reparatur und Bildung neuer Muskelfasern nutzen.

Interessant sind auch die Zusammenhänge zwischen Östrogen und den Schilddrüsenhormonen: Frauen haben mehr Schilddrüsengewebe als Männer, denn Östrogen hat einen unterdrückenden Effekt auf die Schilddrüse. Durch die Supression der Schilddrüsenhormonproduktion stimuliert der Hypothalamus das Wachstum der Schilddrüse. Schilddrüsenhormone und auch Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin) sind für die Fettverbrennung am bedeutendsten. Östrogen selbst hat keinen großen Einfluss auf den Fettstoffwechsel. Deshalb führen die Pille und sonstige Hormonersatztherapien auch nicht zu Fettzunahme – höchsten zu Gewichtszunahme durch vermehrte Wassereinlagerungen.

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Schilddrüsenhormone

Die Schilddrüse befindet sich direkt vor der Luftröhre. Dieses Organ hat eine essentielle Funktion für unseren Stoffwechsel. Die Zellen der Schilddrüse bilden die beiden Schilddrüsenhormone T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin, Tetraiodthyronin) aus. T4 ist selbst nur geringgradig aktiv, wird aber in deutlich höheren Mengen gebildet. Es wird im Blut und im Inneren der meisten Körperzellen zum aktiveren T3 umgewandelt. Die Hormone binden an Schilddrüsenhormonrezeptoren, die sich auf fast allen Zellen befinden. Somit hat also die Schilddrüse auf unseren gesamten Organismus Einfluss: Vor allem Sauerstoff- und Energieverbrauch sowie Thermogenese erhöhen sich unter ihrem Einfluss.

Bildet die Schilddrüse nicht genügend T3 und T4 oder wird sie durch eine Autoimmunerkrankung sogar zerstört, hat dies eine Schilddrüsenunterfunktion zur Folge. Die Symptome einer Hypothyreose sind vielfältig, aber sie haben besonders auf den Stoffwechsel und den Kalorienverbrauch einen großen Effekt: Patienten haben eine niedrigere Herzfrequenz, es gelangt also langsamer Blut mit Sauerstoff und Nährstoffen zu den Organen und vor allem Muskeln. Um sich anzupassen, arbeitet der ganze Körper einfach langsamer. Das heißt, der Körper verbrennt weniger Energie, damit er mit dem, was das Herz bereit stellt, auskommt. Die Körpertemperatur sinkt, weil weniger Energie verbrannt bzw. frei wird. Der Patient fühlt sich müde und könnte den ganzen Tag schlafen. Depression ist auch ein ganz typischer Befund bei Hypothyreose. Die Psyche ist maßgeblich beeinflusst durch die Balance der Neurotransmitter und Hormone im Gehirn und wenn dieses Gleichgewicht zerstört wird, dann kommt es zu einem Mangelzustand.

Dementsprechend ist es umso schwerer für diese Patientin, sich für den Sport zu begeistern bzw. eine Routine beizubehalten. Ein Körper, der müde und langsam ist und dem Endorphine fehlen, wird oft auch mehr Hunger verspüren, vor allem Heißhunger. Essen bringt kurzzeitige Ausschüttung von Endorphinen, die glücklich machen und der Psyche gut tun. Und da der Körper im Energiesparmodus ist, freut er sich über jede einzelne zusätzliche Kalorie. Da allerdings das Essen langsamer als sonst verbrannt wird, kommt es schneller zur Einlagerung als Fett und auch die Verdauung ist verlangsamt.

Einfluss der Hormone auf die Diät: Cortisol

Cortisol ist ein Steroidhormon, dass in unserer Nebenniere gebildet wird – ein kleines Organ, dass auf den Nieren sitzt. Täglich wird dieses Hormon schubartig 7-10 Mal ausgeschüttet. Wie auch die anderen Hormone im Körper, steht die Ausschüttung von Cortisol unter der Kontrolle des Hypothalamus.

Cortisol wird oft auch das Stresshormon genannt. Allerdings ist es lebensnotwendig und ohne Cortisolausschüttung würde der Mensch sterben. Normale Cortisollevel sorgen für einen funktionsfähigen Stoffwechsel, erhöhen die Aufmerksamkeit und stehen auch im Zusammenhang mit unserer Psyche und den Neurotransmittern im Gehirn. Cortisol versetzt den Körper in Kampfbereitschaft: Extrem hohe Level bedeuten für den Körper, dass eine Leben-oder-Tod Situation vorliegt. In diesem Zustand werden alle Stoffwechselvorgänge, die unnötig Energie verbrauchen – gehemmt. So hat Cortisol einen hemmenden Einfluss auf das Immunsysten, die Steroidhormonproduktion (Sexualhormone und Schilddrüsenhormone) und viele mehr. Chronisch erhöhte Cortisollevel haben auf den ganzen Körper, vor allem das kardiovaskuläre System und auch den Fettstoffwechsel negativen Einfluss. Cortisol bewirkt die Freisetzung von Fettsäuren aus den Fettzellen, damit diese für Energie gebraucht werden können. Diese frei gewordenen Fettsäuren werden allerdings nicht durch körperliche Anstrengung verbraucht und dementsprechend wieder irgendwo im Körper in Fettgewebe eingelagert. Meist kommt es zu einer typischen Verlagerung des Fettgewebes im Körper: Besonders Hüften, Nacken, Bauch und Hals sind durch die Fettablagerungen betroffen.

Durch die Cortisollevel kommt es zusätzlich zu hohen Blutzuckerspiegeln und Insulinresistenz. Auch dies begünstigt die Verfettung durch ein fehlendes Hungergefühl. Die hohen Blutzuckerspiegel im Blut führen außerdem zur Oxidation der Blutpartikel und somit zur Bildung von Plaques, die die Gefäße verstopfen können. Cortisol ist ein kataboles Hormon, das heißt, chronisch hohe Level führen zu Proteinabbau und dem Verlust an Muskelmasse. Dies führt langfristig dazu, dass der Kalorienverbrauch sinkt, da Muskelmasse maßgeblich an diesem beteiligt ist. Letztlich sind alle Gewebe und inneren Organe von der Schädigung betroffen. Es kommt zu degenerativen Erkrankungen und gesundheitlichem Verfall.

Einfluss der Hormone auf die Diät 5Ich hoffe der Artikel über den Einfluss der Hormone auf die Diät verdeutlicht euch, wie wichtig die Balance der verschiedenen Hormone in unserem Körper ist und welche Folgen chronisch hohe oder erniedrigte Level auf unsere Gesundheit und auch den Abnehmerfolg haben können. Gerade deshalb ist es wichtig, dass jede Diät individuell auf die Person und ihr Hormonprofil abgestimmt ist. Mehr zu den gravierenden Auswirkungen extremer Diätformen vor allem auf die weiblichen Hormone im nächsten Artikel!

Habt ihr noch Fragen oder wollt mehr #Science Artikel? Lasst es mich wissen und schreibt eure Wünsche und Anregungen gerne in die Kommentare 🙂

Liebe Grüße, eure Deniza

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